Buchreview The Lost Man

Das Leben im australischen Outback ist hart und grausam – das wissen auch die drei Bright-Brüder Nathan, Cameron und Bub. Umso seltsamer scheint es, als sich die entfremdeten Brüder Nathan und Bub nach Monaten das erste Mal wieder an der Grenze ihrer Grundstücke treffen… Neben der Leiche des mittleren Bruders, Cameron.

Trust me, there is not a single person here who isn’t lying to themselves about something.

Wie konnte es passieren, dass der sonst so gut organisierte und vorbereitete Cam sein Auto mit Proviant und Wasser in der Wüste stehen liess und beim alten Grab einer lokalen Legendengestalt schliesslich verdurstete? Nathan, der mit seinen eigenen Dämonen kämpft, kehrt nach monatelanger Funkstille für die Beerdigung zu seiner Familie zurück. Und irgendwie scheint jeder Einzelne etwas zu verbergen…

Kritik

Ich glaube, ich kann es offiziell machen: Jane Harper ist per sofort in die Ränke meiner Lieblings-Autorinnen aufgestiegen! The Lost Man ist ihr neuestes Werk und hat nach The Dry und Force of Nature einmal nichts mit Aaron Falk zu tun. Der Cast des neuen Romans steht den Vorgängern aber in Nichts nach, soviel will ich schon mal sagen!

Was ich bereits in den beiden Vorgängern von Jane Harper so geliebt habe, ist ihre Art, die Einsamkeit, Isolation und gleichzeitig die Schönheit des australischen Outbacks einzufangen. Beim Lesen kann ich praktisch die erbarmungslose Hitze der Sonne und das bedrückende Gefühl des Ausgeliefertseins in der Natur spüren!

Was dieses Buch für mich aber wirklich richtig gut gemacht hat, sind die Charaktere. Harper hat ein gutes Gespür für echte, komplizierte Charaktere und die komplizierte Dynamik, die alle Familien haben. Liebe und Hass liegen oft nah beieinander bei den Brights. Und jeder der drei Brüder hat seine Geheimnisse. 

Düster und geheimnisvoll

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He couldn’t simply leave, for a lot of reasons. Financial. Practical. And not least because sometimes, quite a lot of the time, he felt connected to the outback in a way that he loved. There was something about the brutal heat, when the sun was high in the sky and he was watching the slow meandering movement of the herds. Looking out over the wide-open plains and seeing the changing colors. It was the only time he felt something close to happiness.

Harper hat einen guten Rhythmus eingebaut zwischen Vergangenheit, Charakter- und Weltaufbau und der Enthüllung neuer Hinweise. Nichts in diesem Buch ist so wie es auf den ersten Blick scheint… Ich habe mich einige Male gekonnt von der Autorin in die Irre führen lassen, nur um dann von einem Plot Twist kalt erwischt zu werden!

Ich war bis zum Schluss in das Schicksal der Familie investiert. Schlechte Entscheidungen, Reue, Hoffnung und Geheimnisse haben jeden der Charaktere echt und nahbar gemacht.

Fazit

Ein faszinierender Thriller, der auch nach dem Lesen noch beschäftigt. Das Buch ist ein spannender, düsterer Einblick tief in die Mechaniken einer Familie. Dysfunktional, voller unausgesprochener Geheimnisse, loyal und voller Gefühl.

Wer langsame, tiefgehende psychologische Thriller mag, sollte The Lost Man von Jane Harper definitiv eine Chance geben!

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